kluterthoehle_modul_aktuelle Öffnungszeiten

Die Besichtigung des Nationalen Naturmonuments Kluterthöhle ist nur zu bestimmten Zeiten im Rahmen einer Führung möglich!

Besuchen Sie zum Beispiel die Normalführungen Erste Einfahrt, Zeitreise oder Fossilienreise oder in den Osterferien die öffentliche Erlebnistour (ab 8 Jahren).

Führungszeiten in den Osterferien vom 13. bis 26. April 2019

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Hier geht es zu den Führungszeiten nach den Osterferien.
 

Öffnungszeiten

Tourist Information/ Infozentrum des GeoPark Ruhrgebiet e.V./ Kasse Kluterthöhle
täglich von 9.30 - 17.00 Uhr (Kassenschluss um 16.30 Uhr)

Telefonische Anfragen und Buchungen unter 0 23 33 / 98 80 11
montags bis donnerstags 8.30 - 16.30 Uhr
freitags 8.30 - 13.30 Uhr

Telefonische Terminvereinbarungen für Kuranwendungen unter 0 23 33 / 98 80 13
dienstags bis sonntags 10.00 - 17.00 Uhr

Kluterthöhlensystem ist zweites Nationales Naturmonument in Nordrhein-Westfalen

Presse

Es begann mit dem Wunsch nach einer neuen, ausdrucksstarken Beleuchtung und offenbarte einen einzigartigen Schatz: Ursprünglich sollten 2014 lediglich die alten Lampen in der Ennepetaler Kluterthöhle gegen eine neue LED-Beleuchtung ausgetauscht werden. Doch bei der anschließenden Reinigung der Höhlenwände vom Bohrstaub entdeckte man eine unglaubliche Fülle an versteinerten Korallenriffbewohnern, so dass mit finanzieller Unterstützung durch die NRW-Stiftung ab 2016 der Rest des versteinerten Korallenriffs renaturiert und zeitgleich die Beleuchtung komplett ausgetauscht wurde.

Schon während der Renaturierung initiierte der Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. diesen lange verborgenen Schatz zum Nationalen Naturmonument ausweisen zu lassen. Gemeinsam mit der Stadt Ennepetal und der Kluterthöhle und Freizeit GmbH und Co. sowie zahlreichen Unterstützern stellte man den Antrag. Nun ist es soweit: Das gesamte Kluterthöhlensystem ist nach den Bruchhauser Steinen das zweite Nationale Naturmonument in Nordrhein-Westfalen. Bundesweit gibt es außerhalb NRW´s mit den Ivenacker Eichen in Mecklenburg-Vorpommern und dem „Grünen Band“ in Thüringen bislang nur zwei weitere Gebiete dieser Kategorie.

 

Das Kluterthöhlensystem liegt in einem 385 Millionen Jahre alten versteinerten Korallenriff. Das aus mehreren Höhlen bestehende System, hat eine Ganglänge von derzeit 7.600 Metern. Es handelt sich um einen - auch im europaweiten Vergleich - außerordentlich gut erhaltenen Aufschluss eines versteinerten Korallenriffs. Ein faszinierender Reichtum an versteinerten Lebewesen kann dort intakt und dreidimensional entdeckt werden. Aufgrund des besonderen Erhaltungszustands werden hier zudem Studien zur Paläoökologie durchgeführt.

Aber auch heute bilden die Höhlen aufgrund ihrer konstanten klimatischen und besonderen hydrologischen Verhältnisse einen Lebensraum für zahlreiche geschützte und seltene höhlenbewohnende Grundwassertierarten. „Die Kluterthöhle ist eine einzigartige Naturerscheinung von bizarrer Schönheit. Die Ausweisung des gesamten Höhlensystems als Nationales Naturmonument unterstreicht die bundesweite Bedeutung als naturgeschichtliches Zeugnis und Lebensraum für seltene Tierarten“ so NRW- Umweltministerin Ursula Heinen-Esser im Rahmen der offiziellen Einweihung am 2. April 2019.

„Das Kluterthöhlensystem ist ein Schatz vor unserer Haustür, mit dem sich alle Ennepetaler identifizieren. Die Anerkennung als Nationales Naturmonument ist gleichzeitig auch eine Anerkennung für alle Beteiligten, die sich für die Bewahrung und schonende Erschließung des Höhlensystems einsetzen“, freut sich Imke Heymann, Bürgermeisterin der Stadt Ennepetal.

Der gemeinnützige Arbeitskreis Kluterthöhle e.V., der sich ehrenamtlich für den Schutz zahlreicher Höhlen und weiterer Geotope einsetzt, hat den Wert der Höhlen schon früh erkannt und die Betreuung und wissenschaftliche Erforschung des Kluterthöhlensystems 1990 von der Stadt übertragen bekommen, sodass sich dieses heute in einem sehr guten Erhaltungszustand präsentiert. In dem herausgehobenen Schutz der Höhle liegt aber auch eine besondere Verantwortung. „Die Ausweisung als Nationales Naturmonument ist Anerkennung und Ansporn zugleich. Ich bin davon überzeugt, der Klutertberg mit seinen Höhlen birgt noch weitere Überraschungen, die für uns und unsere Nachkommen von Interesse und schützenswert sind“, so Stefan Voigt, Vorsitzender des Arbeitskreis Kluterthöhle e. V.

Ein Teil des beeindruckenden Gangsystems ist in der Kluterthöhle für Besucherinnen und Besucher erschlossen und wird aufgrund des konstanten Höhlenklimas und der besonderen Luftzusammensetzung auch für Speläotherapie-Angebote im Rahmen des Kurbetriebes genutzt. Ritzen und Poren im Gestein wirken wie ein Filter auf die einströmende Luft, Staub- oder Allergenpartikel werden von Nebeltröpfchen umschlossen und bleiben an den Wänden und am Boden gebunden. Zusätzlich hat die Kluterthöhle einen erhöhten CO2- und Radonspiegel, der sich bei Atemwegserkrankungen zusätzlich lindernd auswirkt. Zahlreiche Patienten mit Atemwegserkrankungen oder Allergien nutzen die Wirkung der Höhlenluft, um ihre Beschwerden zu lindern.

Laut Bundesnaturschutzgesetz schützen Nationale Naturmonumente Gebiete, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind. Wegen der Empfindlichkeit und des besonderen Schutzzwecks kann die Kluterthöhle nicht auf eigene Faust, sondern nur im Rahmen von geführten Touren in Begleitung von Höhlenführern sowie bei Veranstaltungen besucht werden.

Es gibt zahlreiche Führungen, bei denen die Höhle erkundet werden kann. „Sie sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Mensch und Natur, denn nur was man zu schätzen weiß, wird man später auch schützen“, ist sich Stefan Voigt vom Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. sicher. Dazu bietet sich der Besuch des GeoPark Infozentrums zum Thema Höhle und Karst des GeoPark Ruhrgebiet e.V. an, welches sich direkt an der Kasse der Kluterthöhle befindet. Einen ersten Überblick über die Kluterthöhle selbst gewinnt man bei der Führung „Erste Einfahrt“. Hier erfahren die Besucher viel Wissenswertes über die Entstehung der Höhle und deren Nutzung seit ihrer Entdeckung. Wer geologisch interessiert ist, besucht die „Fossilienreise“, bei der die Fossilien des Korallenriffs im Fokus stehen. Historisch interessierte Besucher können sich auf eine „Zeitreise“ durch 385 Mio. Jahre Erd- und Zeitgeschichte begeben. Robben, Krabbeln und Kriechen – teils in völliger Dunkelheit und durch enge Höhlengänge – sind bei Erlebnis- oder XX-treme-Tour ausdrücklich erlaubt. Florian Englert, Geschäftsführer der Kluterthöhle und Freizeit GmbH und Co. KG, betont, dass man sich bei allen Planungen rund um die Kluterthöhle immer der Verantwortung bewusst sein muss, diesen Schatz zu bewahren. „Ein Spagat, der uns bisher gut gelungen ist und sicher auch zukünftig gelingen wird“, so der Geschäftsführer.